Der größte Hackathon der Welt – Wir gegen das Virus

Ein Programmier-Marathon (ein Marathon im Hacken) fand bisher meistens gemeinsam an einem Ort statt. Programmierer, Designer, Grafiker, Usability Experten und viele mehr finden sich für 48 Stunden zusammen. Sie treten in Teams gegeneinander an. Sie wollen eine vorgegebene Aufgabe möglichst gut lösen. 

Komplett verteilt und doch so eng verbunden

Der an diesem Wochenende stattgefundene Hackathon der Bundesregierung hat alles bisher dagewesene um Größenordnungen gesprengt. Von der Idee bis zur Umsetzung ist gerade mal eine Woche vergangen. Mit über 40000 Anmeldungen war er zehnmal so groß wie der bisher grösste Hackathon im Guiness Buch der Rekorde. Über 1000 abgegebene Projekte spiegeln eine nie dagewesene Themenbreite wider.

Ein Slack Team zur Kommunikation mit 25000 Teilnehmern, hunderte von Themen Channels, unzählige in Eigeninitiative aufgesetzte Discord Server. Was auf den ersten Blick wie das perfekte Chaos anmutet funktioniert in Wirklichkeit unglaublich gut. Selbstorganisation ist das Rezept dafür – die Veranstalter haben den Rahmen gestellt und jeder einzelne Teilnehmer hat sich dort die für ihn persönlich richtige Arbeitumgebung eingerichtet.

Mit einem unglaublich kurzen Vorlauf hat ein Orgateam aus über 100 Helfern dieses epische Meisterwerk vollbracht. Unermüdlich organisiert, koordiniert, vermittelt und angepackt. Sie sind neben den abertausenden Teilnehmern die Helden im Hintergrund.

Selbstorganisation funktioniert wunderbar im überschaubaren Rahmen. Auf Unkonferenzen, BarCamps oder Jams. Dieses Grundprinzip auf eine solche Größenordnung zu skalieren und komplett digital zu nehmen war unendlich mutig. Und der Erfolg gibt mehr als einen Anlass zur Hoffnung. Welches gigantische Potential in unserer Gesellschaft steckt. Wenn alle gemeinsam anpacken können und ein gemeinsames Ziel verfolgen.

Wir bleiben für euch Zuhause

Im Moment der Krise rücken wir alle zusammen. Legen ein Meisterstück vor für all die Unternehmen und Organisationen, die der Digitalisierung immer noch misstrauisch gegenüber stehen. Lasst uns hoffen, dass Remote Work und Home Office kein vorübergehender Zustand bleiben, sondern diese Krise überdauern werden. Und in Zukunft einen entscheidenden Beitrag zu einem besseren Umgang mit unseren Ressourcen leisten.

wikimania hackathon august 2014, cc lizenz

Vielleicht rücken dann auch die letzten Entscheider von ihrer längst überholten Vorstellung ab, dass Mitarbeiter kontrolliert gehalten werden müssen und einen Vorarbeiter brauchen, um Leistung erbringen zu können. Vielleicht müssen diese Entscheider erst einmal am eigenen Leib erleben, welche Motivation entsteht, wenn ein verteiltes Team gemeinsam hochkonzentriert an einer Lösung arbeitet. Wenn in kürzester Zeit großartige Ergebnisse entstehen. Wenn ein sinnvolles Ziel über allem steht.

Geteiltes Wissen vervielfacht sich

Wissen ist eine der seltenen Ressourcen, die sich vermehrt, wenn sie geteilt wird. Eine unglaubliche Vielfalt an Expertise wurde am Wochenende zur Verfügung gestellt. Allein 1500 Mentoren haben spontan ihre Lebenserfahrung eingebracht, um Teams dort weiterzubringen, wo sie an Grenzen gestossen sind. Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen bieten all ihr Können, ihre Künste, ihren Hintergrund und ihr Netzwerk an. Ein jeder davon will anpacken und mitgestalten.

Mediziner, Virologen, Informatiker, Mathematiker, Physiker, Data Scientists, Softwareentwickler, Produktmanager, Projektmanager, Kindergärtner, Sozialarbeiter, Krankenpfleger, Lehrer, Rektoren, Ernährungswissenschaftler, Helpdesk Spezialisten, Juristen, Datenschutzexperten, Designer, Grafiker, User Experience Spezialisten, Logistikplaner, Querdenker, Studenten, Elektrotechniker, Mechatroniker, KI Experten, Verwaltungsfachwirte, digitale Nomaden – sie alle waren mit Haut und Haaren dabei.

So geht Aufbrechen!

Alle Ergebnisse entstehen unter Creative Commons Lizenz und sind Allgemeingut. Werden ab sofort gemeinsam mit über 1500 Unterstützer Unternehmen auf einen professionellen Reifegrad entwickelt. Dieses Wochenende hat eine in diesem Land schon fast verloren geglaubte Solidarität ans Licht gebracht. Eigentlich können wir alle nur mit offenem Mund dastehen. Über das was gerade stattgefunden hat. Über das was sich daraus entwickeln wird. Und über die Zuversicht und Aufbruchsstimmung für die Zeit nach der Krise.

 


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